DIE 3 HERRMANNS STELLEN SICH VOR


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Mein Vater Bruno Klapper Teil 1

Back to the Roots > Familie KLAPPER MARONNA ROSSA NIEGEL NAWRATH



Der Versuch,
das viel zu kurze Leben meines Vaters zu beschreiben


Mein Vater,
Bruno Klapper ist am 16. Oktober 1929 in Guben, dem heutigen polnischen Teil der Zwillingsstadt, geboren. Leider habe ich keine Geburturkunde von ihm,
denn die Urkunden und Dokumente sind durch die Kriegswirren nicht mehr auffindbar. Verbrannt, verschleppt, verschollen, niemand weiß es!
Gelebt hat er auch eine Zeit in Germersdorf (heute: Jaromirowice), nordöstlich von Guben. Das belegt eine Melderegisterkarte, die ich aus dem Kieler Stadtarchiv bekommen habe.
Er ist am
14. April 1937 mit meinen Großeltern,
Max und Helene Klapper, geb. Weihrich nach Kiel,
bzw. nach
Möltenort bei Heikendorf,
auf das Ostufer in der
Kieler Bucht, gezogen.


Foto zum Vergrößern anklicken



Bildbeschreibung des Fotos oben von ca. 1930: Links oben, stehend mein Großvater, Max Klapper; Links unten, sitzend meine Großmutter, Helene Klapper; Das kleine Kind auf dem Schoß der Frau, rechts unten, sitzend, das ist mein Vater Bruno Klapper. Vermutlich ein halbes Jahr alt. Die anderen Personen sind mir leider nicht bekannt.
Auch wo dieses Foto aufgenommen wurde, kann ich nicht sagen. Ist es in Guben, in der Straße Klostermauer 1,
in der mein Vater geboren wurde?

Strandspiele

Entdeckt auf dem Foto links oben! Vielleicht ein Stehaufmännchen???

Spielzeug meines Vaters!!!




Meine
Ur-Großmutter, Martha Mende, geb. Teetz
ist schon viele Jahre zuvor,
genau
am
24. Oktober 1926 von Guben nach Kiel
abgewandert.
Warum? Das kann ich leider nicht sagen.
War es die Arbeit....oder war es ein "neuer" Mann,
Adolf Mende, den sie am 09. Februar 1929 in Kiel heiratete?
Mit Adolf Mende zusammen führte sie ab
ca. 1935 bis 1945
das

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Ausflugslokal "Cafe Dahmke" in Möltenort

In dem Lokal hat meine Großmutter, Helene Klapper, bei ihrer
Mutter gearbeitet. Bedient und auch in der Küche geholfen.
Mein Großvater,
Max Klapper, war Schlosser. Ich vermute,
er hat auf der großen Schiffs-Werft in Kiel gearbeitet. Aber
leider kann ich auch das nicht mit Sicherheit sagen.


Sie wohnten alle zusammen in
Möltenort, im Horst-Wessel-Weg 3.






Hier ein paar Fotos die zwar von der Qualität
nicht
besonders schön, aber dennoch für mich von
unbeschreiblichem Wert sind.


in Möltenort am Strand








Meine Oma Helene, mit
meinem Vater Bruno.
Am Kieler Hafen.

Bruno, ca. 3 Jahre alt



Bruno mit seinem Onkel
Kurt Hartmann in Kiel.
Im Hintergrund links, kann man den
Speicher am Hafen erkennen.

Einschulung 1937 in Heikendorf

Im Hintergrund das Cafe Dahmke in Möltenort am Strand

Schulklasse 1938 in Heikendorf


Die Schulklasse mit dem Klassenlehrer Jacob Rickers 1938 nach Beendigung
des Schuljahres auf dem Schulredder vor dem Hauptgebäude

(jeweils von links)

Christel Grotian, Thea Ivens, Liselotte Maiborn, Ute Rauno, Inge Reinack, Antje Meier, Ursula Grage, Helga Kay, Maria Strebe, Ilse Bauer, Mia Hinz, Lydi Krause (+), Annemarie von Demakowski, Hannelore Stiehl, Liselotte Geßler, Lise-Lotte Pawelczyk,


Harald Reimer, Hans Rix, Günther ("Möbbel") Roloff (+), Ernst-Wilhelm Stenner, Günther Vosgerau (+), Hans Utecht, Karl-Heinz Meurer, Heinz Ihlenfeldt,
Klaus Gnutzmann (+), Bruno Klapper (+), Wilhelm Twisselmann (+), Jürgen Schröder, Karl-Heinz Bauer (+), Hans-Georg Riecken, Willi Steffen,
Günther Pawelczyk, Oskar Michalk (+), Günther Michalk (+)

(Vermutlich sind inzwischen noch weitere Klassenkameraden verstoben!)










Frau Ilse von Keitz
aus Möltenort schrieb mir am
29. Januar 2009 einen liebe Brief.


u.a.
.... An Bruno kann ich mich gut erinnern, wohnten wir doch im selbenHaus. Nur war ich 6 Jahre älter und hatte so wenig Kontakt mit ihm. Er war ein fröhlicher netter, Junge und alle hatten ihn gern. Er hatte auch zu den Nachbarskindern guten Kontakt und viele Freunde.

Das Bild mit den 7 Kindern
(siehe oben):
Hans Ivens, Bruno Klapper, Hanna Brütigam, Elisabeth Ivens,
Ilse Langbehn, sowie Gerhard Ivens und ein Mädchen aus Dresden.
Sie sind bis auf Frau Brütigam alle tot.
.......

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute
und verbleibe mit freundlichen Grüssen
Ihre Ilse von Keitz









Zu diesem Foto bekam ich die Auskunft, es müsse sich hier
um Rolf Öttlinger, einem kleinen unbekannten Jungen
und Bruno Klapper, mit dem Kartoffel-Sack auf dem Kopf,
handeln.








Ich habe auch noch von den Freunden aus der ehemaligen Schulklasse meines Vaters Fotos bekommen, die zeigen die Zeit in den
KLV-Lagern (Kinder-Land-Verschickung). Hier das Lager Groß Hollenstein. Das Foto habe ich freundlicher Weise vom besten Freund meines Vaters, Herrn Hans Rix bekommen.



Der beste Freund meines Vaters, Hans Rix, schrieb mir am 10. Februar 2009 einen lieben Brief. Einige Passagen daraus möchte hier vortragen:


"...Bruno war im KLV Lager (Kinderlandverschickung) März 1941 Lager Schloss Gleiss in Groß-Hollenstein an der Ybbs, Kreis Amstetten, oder Melk, in Niederdonau/heute Österreich. Ab August 1941 im Hotel Westermeyer, Schlagel bei Glocknitz am Semmering, heute Österreich. Dann, nach ca. 3-4 Monaten nach Haus, auf die Mittelschule (Realschule) Kiel-Pries, bis Sommer 1942. Ab Juli 1942 im Lager Schreiner/Fischl, St. Oswald, Kreis Amstetten, oder Melk, Niederdonau, heute Österreich. Im Spätsommer 1943 nach Wyk auf Föhr, ins Lager Hotel Seeblick, mit Nebenlagern Sandwall 17 und Hotel Südstrand. Danach Grömitz, Hotel Schloss am Meer. April 1945 im Lager Dahme, Haus Martensen.

Die Kriegslage war inzwischen für Deutschland hoffnungslos. Allgemeine Auflösungserscheinungen zeichneten sich ab, und besorgte Eltern erschienen bei uns, um ihre Kinder abzuholen. So sah auch ich nach langer Zeit Möltenort wieder. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, was mit Bruno in dieser Zeit passierte. Fest steht jedoch, dass er noch im Anschluß in die Wehrmacht, oder zum Volkssturmangehöriger in einem Panzerjagdkommando an der Elbe, wahrscheinlich bei Lüneburg, eingesetzt werden sollte. Ein vorausschauender Vorgesetzter, der einsah, dass der Krieg verloren war, löste jedoch die ihm unterstehende Einheit auf, und die Soldaten konnten nach Hause gehen.Mit dieser Entscheidung hat er sicher vielen das Leben gerettet! Bruno gelangte, ebenfalls mit viel Glück, nach Möltenort, wo ihm Fortuna, die Glücksgöttin, noch einmal hold war und schützend ihre Hand über ihn hielt, als er den Zünder zur Explosion brachte. Hätte er damals die Pelzweste nicht getragen, so wäre er sicher noch erheblich schwerer verletzt worden.

...









"Essen fassen" im KLV-Lager Hollenstein 1941.
Mein Vater, der 6. Junge von rechts
und neben ihm
Hans Rix (leicht verdeckt, mit dem
gemusterten Pullover), der mir dieses Foto geschenkt hat.

Fotos zum Vergrößern anklicken








Herr Rix hat mir die Geschichte mit dem Zünder erzählt:


"...Es war wohl in der letzten Mai-Woche, oder auch in der ersten April-Woche der letzten Kriegstage 1945, so genau wußte Herr Rix das nicht mehr. Er war mit Bruno am Strand.
-Achtern Orth-
Bruno fand einen Zünder und kam auf die Idee, den anzünden zu wollen. Er hatte ein Feuerzeug in der Hosentasche und nach vielen Versuchen hatte es dann auch geklappt......

Es gab einen fürchterlichen Knall und der Zünder explodierte!
Herr Rix stand etwas abseits, an dem Holz-Kiosk der früher am Strand stand, und hatte Glück gehabt, ihm war nichts passiert. Er rannte sofort zu Bruno hin, der am Boden lag. Bruno hatte eine ärmellose Fellweste an, die ihm wahrscheinlich das Leben gerettet hat, weil die sehr stabil war. Bruno war übersät mit Splittern von diesem Zünder. Der Bauch, die rechte Hand und auf der Stirn hatte er viele kleine Splitter in der Haut.

Oben am Steilufer war eine "Flack" stationiert und dort waren auch Sanitäter, die den Knall sofort richtig gedeutet hatten, nämlich, dass es eine Granate, oder eine ähnliche Waffe gewesen sein mußte. Sie leisteten sofort erste Hilfe vor Ort.


Er hatte viel Glück dabei!..."

Erklärung zu den Fotos, links oben:
Tja, da habe ich mich doch geirrt. Soetwas kommt dabei heraus, wenn man sich nicht vorher "schlau macht"! ICH dachte, es sei eine Uniform der Hitler-Jugend, also abgekürzt: "HJ"!!! Und warum ist da ein "SS"-Zeichen drauf? Und warum sind es drei "S"??? Alles falsch, wie man mir in der Facebook-Ahnenforschungs-Gruppe sagen konnte. Ich habe gefragt: Kann mir jemand sagen, was ist das auf den Schulterklappen, dieser Hitler-Jugend-Uniform, für ein "SS"-Zeichen?

Die Antworten kamen prompt:
Das ist ein sogenanter Pimpf DJ mit dem aufnäher Bann 444 galt für alle Jungs von 10-14 Jahre danach ging es in die HJ.
PS: Bann 444 war Probstei Nord/Nordmark.
Das ist ein "Pimpf" mit einem "DJ-Leistungsabzeichen" auf der rechten Brusttasche (altersentsprechend unter 14).




weiter berichtet Her Rix:


...Nach Beendigung der Kampfhandlungen am 08.05.1945 wurde der Unterricht an allen Schulen im Land eingestellt. Es war ungewiss, wann er wieder aufgenommen würde.
Diese Unterrichtslose Zeit zog sich hin bis zum Oktober 1945. Währenddessen begannen viele Schülerinnen und Schüler mit einer Berufsausbildung, so auch Bruno.
Ich habe die Schule bis zum Abschluß besucht, machte dann eine Lehre als Schriftsetzer und war dann nach Beschäftigung in einigen kleineren Druckereien 37 Jahre im technischen Betrieb der Kieler Nachricht

tätig.
Bruno wohnte mit seiner Mutter in einer etwas zurückliegenden Wohnung bei seiner Oma neben dem Cafe Dahmke. An seinen Vater kann ich mich kaum erinnern. Ich habe ihn nur zwei- oder dreimal gesehen.

So, liebe Frau Herrmann, ich glaube, dass ich Sie durch mein Schreiben bei Ihrer lobenswerten Nachforschung über die Jugendjahre Ihres lieben Vaters unterstützen konnte. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich auch weiterhin gern bereit bin, Ihnen zu helfen. Ich weiß auch, dass Bruno meinen Angehörigen zur Seite gestanden hätte, wenn es erforderlich wäre, und ich will noch einmal Ihnen meine Anerkennung aussprechen, dass Sie sich heute noch, in einer doch recht lieblosen Zeit, so nett um ihn kümmern. Er hat eine tolle Tochter!

Mit herzlichem Gruß
auch an Ihre Familie,
verbleibe ich
Ihr Hans Rix



Der Freund meines Vaters Hans Rix, hatte mich vor kurzer Zeit am Telefon gefragt, ob ich mich erinnern könnte, dass mein Vater viele, viele, kleine schwarze Punkte im Gesicht und auch auf dem Bauch hatte.
Diese seien von den Splittern des explodierten Zünders und lange sichtbar, weil sie tief in der Haut steckten.
Ich verneinte dies, denn ich hatte diese Pünktchen nicht bewußt wahrgenommen.
Jetzt, auf diesem Foto kann man die vielen, kleinen Punkte in seinem Gesicht sehen.

Fotos zum Vergrößern anklicken

Nach seiner Schulzeit hat er eine Lehre zum Maurer begonnen











Seine berufliche Laufbahn:


Lehrzeit zum Maurer

01.09.1945 - 30.09.1948
Fa. Max Giese (20.01.1949 Ende)

Weitere Stationen:

28.03.1949 - 03.01.1950 Fa. Claus Mohr & Sohn
10.06.1950 - 12.06.1950 Fa. Günter Fiebelkorn
14.06.1950 - 01.04.1952 Fa. Schuster & Co.
09.05.1952 - 09.06.1952 Fa. Oskar Gohsler
23.07.1952 - 12.03.1953 Fa. F. W + H Förster
16.03.1952 - 19.08.1957 Fa. Schuster & Co.
20.08.1957 - 01.05.1976 Fa. Gebr. Rabe
02.05.1976 - ????1976 Fa. Willrodt Heikendorf
1976- Ende Fa. R. Rahn, Klausdorf/Schwentine







Am 05.04.1944 ist mein Vater aus Möltenort/Heikendorf zu seiner Mutter nach Kiel Dietrichsdorf, Langensaal gezogen. Ich vermute, sie ist schon während er noch in dem KLV-Lager war, dort hingezogen.






Hier ist mein Vater so ca. 20 Jahre alt und hatte wohl schon
"ein Auge auf meine Mutter geworfen"....







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Beginn der Familienplanung im Hause Klapper




Am 09. Juni 1951 haben meine Mutter und meine Vater in
Kiel-Neumühlen-Dietrichsdorf geheiratet.

Ihre Trauzeugen waren:
Der Wachmann Kurt Hartmann, 39 Jahre alt,
wohnhaft in Kiel, Danziger Str. 11
und
Der Sattler Heinz Hermann, 28 Jahre alt,
wohnhaft in Kiel-Neumühlen-Dietrichsdorf, Schönkirchener Straße 21



Bruno Klapper und Gisela, geb. Kroll







Im Brautstrauß waren gelben Teerosen.
Jedes Jahr zum Hochzeitstag hat mein Vater für meine Mutter
wieder gelbe Teerosen gekauft.




Im September 1951 wurde meine Schwester Monika geboren
und
im Mai 1953 kam mein Bruder Wolfgang auf die Welt.
Ich folgte im Februar 1957.







Mein Vater und ich...



Fotos zum Vergrößern anklicken

Von ca. 1961 bis 1964 baute mein Vater uns in Klausdorf/Schwentine (heute Schwentinetal) im Kreis Plön, direkt an der Schwentine, ein kleines Häuschen.



Ein großes Grundstück umrahmte das Haus und man erzählt sich noch heute, ich hätte in Kiel in meinem Schul-Kindergarten, den ich ein Jahr lang besuchen mußte, weil man mich nicht erst einschulen, dann nach Klausdorf ziehen und dann umschulen wollte,
immer wieder erzählt:
Wenn wir in Klausdorf wohnen, dann bekomme ich ein Pferd.
Ein Pferd kam zwar nicht "ins Haus", aber ein Hund.
Meine Omi hatte Bekannte, die ihren Hund abgeben mußten und so hatte sie das mit meinen Eltern abgesprochen. Jeder in der Familie hat von dem bevorstehenden Ereignis gewußt: Jeder? Nein, ich natürlich nicht!
Plötzlich stand meine Omi mit dem Hund vor der Tür und die Freude war riesig. Allerdings nicht für meine Mutter.
Sie wollte keine Hündin und zu dick war dieser schwarze Cocker-Spaniel auch noch. Egal, er blieb und alle hatten ihn sehr gern, diesen dicken Fleischklops!

Sie hiess Nicki und ist immerhin gut und gerne 10 Jahre alt geworden.











Mein Vater mußte immer mit seinem Moped zur Arbeit fahren. Jeden Tag, bei Wind und Wetter. Ein Auto hatten wir nicht.
Ich habe versucht, im Internet seine alte Kreidler zu finden.
So, oder so ähnlich muß sie ausgesehen haben.









Auf der folgenden Seite geht es weiter mit
der Geschichte meines Vaters...






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