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Meine Omi Teil 1

Back to the Roots > Familie KLAPPER MARONNA ROSSA NIEGEL NAWRATH



Meine Omi



Klara Helene Herta KLAPPER, geb. WEIHRICH

ist

am
22.11.1904 in Guben/Brandenburg, in der Friedrichstraße geboren.

(Eine Geburtsurkunde ist leider nicht mehr vorhanden)

Von einem sehr netten Ahnenforscher, der in der
polnischen Stadt Grünberg, in den Kirchenbüchern nach Vorfahren sucht, habe ich am 03.07.2009 den
Taufbucheintrag meiner Omi bekommen.
Ein herzliches Dankeschön an diesen netten Menschen!!!

Der Taufbucheintrag zeigt an,
Klara Helene Herta Weihrich ist erst
am 16.09.1908 in Guben, in der Stadt- und Hauptkirche getauft worden.


Taufzeugen waren:
Frau Maria TEETZ, geb. SCHUSTER
Frau Elisabeth HEINZE, geb. PUDER
Frau Maria WEIß, geb. SEELINGER





Am
14.09.1929 hat sie in Guben meinen
Opa
Max KLAPPER
geheiratet.


(Heiratsurkunde leider nicht mehr vorhanden)



Sie lebten in Guben, im östlichen Teil der Stadt
(heute Gubin/Polen).






Am
16.10.1929 wurde ihr einziger Sohn,
mein Vater,
Bruno KLAPPER,
in
Guben geboren.
(Leider keine Geburtsurkunde mehr vorhanden)



Hier möchte ich versuchen ein wenig aus dem Leben
von Klara Helene Herta Weihrich
zu erzählen.
War sie doch immer

meine Lieblings-Omi!

Möge es mir gelingen...



Die kleine Familie
Max und Helene Klapper, mit meinem Vater Bruno,
zog von Guben, Klostermauer 1,
nach Germersdorf (heute Jaromirowice/Polen), nordöstlich von Guben liegend. Hier haben sie in der Zeit zwischen 1929 und 1937 gelebt.



Von Germersdorf ging es weiter nach Schleswig-Holstein, genau nach
Möltenort, bei Heikendorf an der Kieler Förde.



Hier wohnte die Familie Klapper, wie auch meine
Ur-Großmutter, Martha Hedwig Gertrud Mende, geb. Teetz
gemeinsam in einem
Mehrfamilienhaus, direkt am Strand von Möltenort, neben dem Cafe Dahmke,
im Horst-Wessel-Weg 3
(heute Strandpromenade).






Meine Oma Helene arbeitete meines Wissens bei meiner
Ur-Großmutter im

“Cafe Dahmke”

welches meine Ur-Großmutter mit ihrem
Ehemann Adolf Mende (gest. 1937 in Kiel),
von ca. 1935 bis 1945 (?) gepachtet hatte.
Aus einem sehr lieben Brief, den ich von einer ehemaligen
Mitbewohnerin des Hauses Horst-Wessel-Weg 3
(heute Strandpromenade), bekam.
Laut
Frau Ilse von Keitz
hat meine Oma Helene NICHT bei
ihrer Mutter geholfen und gearbeitet. Meine Erinnerung an Gespräche mit meiner Oma sagt mir aber, sie erzählte immer wieder, sie habe bei ihrer Mutter helfen
müssen, in der Küche und beim Gästebedienen.
Vielmehr ist Frau von Keitz der Meinung, meine Oma arbeitete in dem ebenfalls am Möltenorter Strand
gelegenen

Hotel “Seeblick”

Möglich ist natürlich, dass es im Hause Mende/Klapper
so gnadenlos
zuging, dass meine Oma Ihrer Mutter, in ihrer vermeintlich “freien Zeit”, auch noch zur Hand gehen mußte.

Hier Auszüge aus dem lieben Brief an mich, von
Frau Ilse von Keitz:

“... Ihre Oma Helene Klapper wohnte bei uns im Haus neben dem Cafe Dahmke. Ihr Mann arbeitete, glaube ich, auf der großen Werft in Kiel, HDW. Er war sehr nett und ruhig und unternahm viel mit Bruno.
...”

weiter berichtet Frau von Keitz:

“... Ihre Oma war auch einmal mit einer Eisscholle abgetrieben. Das war schon sehr gefährlich, mein Vater ist dann schnell mit einem kleinen Boot hinterher und hat sie gerettet. Das war schon ein Drama.

...”



So lebte die Familie Klapper in Möltenort, und mein Vater wurde in Heikendorf eingeschult.
In der Kriegszeit wurde mein Vater, Bruno Klapper, mit seinen Klassenkameraden durch die Kinder-Land-Verschickung,
“außer Landes gebracht”.
(Bericht auf der Seite: Mein Vater Bruno Klapper)




Die Ehe meiner Großeltern lief offensichtlich nicht so, wie man es sich gewünscht hatte.
Als sich mein Vater im KLV-Lager aufhielt,
ist die Ehe meiner Großeltern kaputt gegangen, und
am 15.09.1942 ließen sie sich
in
Kiel vor dem Landgericht scheiden.

(Meine Bemühungen, das Scheidungsurteil aus dem
Landgericht Kiel, Schleswig-Holstein,
zu erhalten, schlug bis jetzt leider fehl. Ich werde aber nicht aufgeben, doch noch dieses Schriftstück zu bekommen!)



Frau von Keitz berichtet weiter im Brief an mich:
“... Ihre Oma war eher lebhaft und fröhlich, sehr resolut. Sie arbeitete im Hotel “Seeblick”, das während des Krieges als Unterkunft für den Nebeltrupp diente. Der Nebeltrupp mußte bei Alarm das Seegebiet einnebeln. Ob sie als Reinigungskraft oder in der Küche gearbeitet hat, weiß ich nicht genau.
Dort lernte sie einen anderen Mann kennen.

...”

Hier stellt sich mir als Enkelkind natürlich die Frage, war dies der Grund, weshalb die Ehe meiner Großeltern geschieden wurde? Ein anderer Mann!
Ich werde es wohl niemals erfahren.



Meine Großeltern sind also geschieden.
Was nun folgt, ist zunächst für mich ein Rätsel gewesen und zum Teil noch nicht ganz geklärt.

Auf Anfrage erhielt ich aus dem Amt Schrevenborn, welches die Verwaltung von Möltenort übernommen hat, die Melderegister-Karte meiner Oma Helene.
Diese Karte bereitet mir Kopfzerbrechen.
Warum?




Wie man unschwer erkennen kann, sind auf dieser Karte die üblichen Daten vorhanden.

Name, Straße, Geburtsdatum, bei Beruf: Ehefrau (
was mich immer schmunzeln läßt!), Geburtsort, Familienstand, Name des Ehemannes, Tag der Eheschließung, Religionszugehörigkeit,
Dann das gemeinsame Kind, welches hier gestrichen ist, weil
Bruno eine eigene Melde-Karte hatte.
Die Rückseite zeigt das Datum des Umzugs der Familie Klapper 1937 von Germersdorf/Guben nach Möltenort.
Soweit ist noch alles normal.
Als nächstes ist ein Umzug meiner Oma Helene aufgeführt:

11.06.1942 Kiel-Dietrichsdorf K.M.W. Frauenheim

Mir war hier nicht klar: Was ist ein K.M.W. Frauenheim?
Meine Bemühungen, dies zu ergründen, wurden zunächst durch die für meinen Begriff viel zu hohen Kosten des Kieler Stadt-Archivs ausgebremst.
Man will dort für die Suche nach (einem) diesem Begriff:
K.M.W. Frauenheim,
Gebühren in Höhe von ...
“...für die Suche im Archiv sagt die Gebührenordnung aus,
für jede angefangene ¼ Stunde,
berechnet das Archiv 12,50 Euro .”


In meinen Augen ist das Wucher, denn hier bezahle ich doch
“für die Katze im Sack” !!!
Wie kann ich überprüfen:
Wie lange braucht ein Archivar, um etwas zu finden?
Findet er überhaupt etwas?
Wie groß sind seine Bemühungen, zu einem Ergebnis zu kommen?

Dieses Vorhaben schlug also fehl, ich nahm den Suchauftrag, beim Stadt-Archiv Kiel, aus Kostengründen zurück.
Was tun?

Da ich mich für die Ahnenforschung in diversen Internet-Listen
für Genealogie angemeldet habe, in denen die Mitglieder alle
“im selben Boot sitzen”,
sich gegenseitig helfen, nach Daten und Ergebnissen zu forschen und wirklich alle sehr freundlich und hilfsbereit sind,
habe ich dort meine Anfrage
“in den virtuellen Internet-Raum geworfen.”

Und siehe da....
Ein Forscher wußte Rat und gab mir einen “Link”, der mich auf die Internet - Seite:

BEIRAT FÜR GESCHICHTE

führte und meine Frage klären konnte.


(anklicken und ab geht es zur Seite: Beirat Für Geschichte )

Der Schock:
Meine Oma war in einem Arbeitslager!
dem späteren Lager “SOLOMIT” in
Kiel-Dietrichsdorf
(die Abkürzung, K.M.W. Frauenheim muß wohl
Kriegs-Marine-Werft heissen.)



Dieser Aufenthalt wirft neue Fragen auf:

Warum ist sie dort “gelandet”?
Was hat sie “verbrochen”?
Wie ist es ihr dort ergangen?

Wann konnte sie dieses Arbeitslager wieder verlassen?
War es die Scheidung von meinem Opa Max, der zu diesem Schritt führte?
Weil sie, wie es früher hiess
“schuldig geschieden” worden war?
Weil sie einen anderen Mann kennen gelernt hatte und
durch die Scheidung mittellos geworden war und nicht mehr für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen konnte?
Oder
hatte dieses Lager für sie gar keine Straflager-Funktion, sondern gab man ihr dort einfach “billige” Unterkunft?
Oder hatte sie das “Glück”, weil sie
bei den Deutschen Werken, den Kieler Howaldtswerken Deutsche Werft, oder auch
Kriegs-Marine-Werft, Arbeit gefunden hatte
und wegen der damaligen Wohnungsnot wenigstens so eine Wohnung zugewiesen bekam?

Klären kann ich diese Fragen sicher nicht mehr.


Ihr Kind, mein Vater Bruno,
muß zu der Zeit im KLV-Lager gewesen sein.
Seine Melderegister-Karte aus dem Kieler Stadtarchiv zeigt, dass er erst zu seiner Mutter zog, als diese dann eine eigene Wohnung in Kiel-Dietrichsdorf
Langensaal –
hatte.
Ab 1944 war mein Vater bei ihr, laut seiner Melderegister-Karte, in der Straße Langensaal gemeldet. Obwohl er auch in dieser Zeit noch hier und da in verschiedene
KLV-Lager mußte.


Gemeinsam haben dann meine Oma und mein Vater die Zeit nach dem Krieg gemeistert.
Am 01.09.1945 hat mein Vater seine Lehre zum
Maurer begonnen.
Meine Oma war sicher noch bei
“Deutsche Werke”
(Howaldtswerke Deutsche Werft)
beschäftigt.
Ihr Arbeitsbereich war die Essensausgabe in der Kantine.


Meine Eltern haben sich durch ihre Mütter, meine Großmütter, kennen gelernt, weil die Frauen beide in der Essensausgabe, bzw. in der Küche bei Howaldt arbeiteten.


Am
06. Juni 1951 heiratete der einzige Sohn meiner Omi,

Bruno, seine Gisela Kroll

Schon bald darauf meldete sich das erste Enkelkind für meine Omi an:
Meine Schwester
Monika erblickte im
September 1951 das Licht der Welt..
Beengt, aber dennoch ein Dach über dem Kopf, lebten alle zusammen in der Wohnung
Woermannstr. Nr. 5

Nach Aussagen meiner Mutter war das Zusammenleben in der doch sehr engen Behausung (2 Zimmer, Küche, Bad, für drei Erwachsene und einen Säugling) nicht gerade einfach zu meistern. Meine Oma hatten ihren eigenen “Dickkopf”, und meine Mutter mit gerade einmal 20 Jahren hatte natürlich nicht genug Selbstbewußtsein, sich gegen die Worte meiner Oma zu wehren.
Außerdem waren Widerworte der jüngeren Generation früher auch nicht üblich. Man hatte als Schwiegertochter zu gehorchen!
Abends erzählte meine Mutter meinem Vater dann oft, dass dies und jenes vorgefallen sei. Mein Vater, der wahrscheinlich nach dem harten Maurer-Arbeitstag lieber Frieden wollte, hatte keine große Lust, zwischen den beiden “Streithähnen” zu schlichten.
Ergo: Alles blieb, wie es war:
nämlich sehr schwierig!

Im
Mai 1953 kam mein Bruder Wolfgang auf die Welt, und er brachte wohl den Stein ins Rollen, eine neue, größere Wohnung muß her!

Die junge Familie Klapper zog nach Neumühlen-Dietrichsdorf.


Wie lange meine Oma jetzt noch in der Woermannstr. 5 blieb, kann ich nicht sagen.


Ich wurde als 3. Enkelkind meiner Omi,
im
Februar 1957 in Kiel in der Hasselmannstr. 5
geboren.

Meine weitere Recherche führte mich nach Grömitz. Ich erinnerte mich an Erzählungen meiner Omi, dass sie in Grömitz gewohnt hatte.
Was hat sie dort gemacht?
“Auf blauen Dunst” schrieb ich das Amt in Grömitz an, und siehe da, es kam eine Melderegister-Karte, die mir zeigt:

Zugezogen am 01.06.1959 aus Kiel-Gaarden, v. d. Groebenstr. 21.
Ummeldung, wieder zurück in die v. d. Groebenstr. 21 in
Kiel-Gaarden
, war am 01.09.1959.
Meine Omi hat also in Grömitz, im
Haus Strandfee, Gorch-Fock-Weg
als Küchenhilfe für 3 Monate gearbeitet
.
Mehr konnte ich darüber nicht heraus bekommen.
Das Haus Strandfee gibt es heute noch. Im Internet konnte ich sehen, dass es sich aber um ein Apartment-Haus handelt, welches mit Sicherheit neu gebaut ist, oder an-, bzw. umgebaut wurde.



Auf der nächsten Seite geht es weiter mit
der Geschichte, Teil 2 meiner Omi...




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