DIE 3 HERRMANNS STELLEN SICH VOR


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Omi Kroll

Back to the Roots > Familie KROLL ROSE STAACK BORGHARDT


Meine Omi


Frieda Karoline Hannchen Kroll, geb. ROSE

ist
am
05.03.1895 in Kiel, Schleswig-Holstein, Großer Kuhberg 19 geboren.



Leider kann ich nicht besonders viel über meine Omi berichten, denn ich habe nicht allzuviel von ihr gehabt. Ich versuche festzuhalten was mir, auch von Erzählungen meiner Mutter, in Erinnerung geblieben ist...

Kiel 1893 mit Blick auf den Speicher am Hafen

Urkunde zum Vergrößern anklicken

Geburtsurkunde Frieda Karoline Hannchen Rose 1895


Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde meine Oma im
Jacobsen-Haus, in Kiel,
zur Verkäuferin ausgebildet.





Am
22.12.1922 hat sie in Kiel, vor dem Standesamt II, meinen Opa Karl Gottfried August Kroll geheiratet.
Da der junge Bräutigam noch nicht volljährig war, mußten
seine Eltern die Einwilligung zur Eheschließung geben.
Er war erst 19 Jahre alt, sie immerhin schon 27 Jahre!


(Heiratsurkunde auf der Seite Opa Karl Kroll zu sehen)







Am
23.03.1923 kam in Kiel ihre
erste Tochter, meine Tante,
Ursula Frieda Lottchen Kroll,
zur Welt.

Sie lebten in der Norddeutschen Str. 37



Ob meine Oma weiter gearbeitet hat, als meine Tante geboren war, kann ich nicht sagen.

Am
21.03.1931 wurde die zweite Tochter meiner Oma,
meine Mutter,
Gisela Karla Hanna Kroll
in
Kiel, geboren.






Das Leben der Familie Kroll nahm wohl mehr schlecht, als recht ihren Lauf. Die Ehe konnte nur 17 Jahre gemeinsam geführt werden. Kann aber, nachdem was ich recherchiert habe, nicht besonders gut gewesen sein.
Sei's drum, so ist das Leben.
Es war früher nicht anders, als es heute auch hier und da vorkommt!
Wie sagt man so schön:
Das kommt in den besten Familien vor!!!
Mehr möchte ich dazu nicht sagen!






Am 30.10.1939 ging der Ehemann meiner Oma aus dem Leben.
Meine Oma, meine Mutter und meine Tante, mußten ihren Weg allein weitergehen. Immerhin war meine Tante, Ursula Frieda Lottchen Kroll, 16 Jahre alt, aber meine Mutter erst 8 Jahre alt.
Der Krieg hatte begonnen und es war bestimmt nicht leicht, alles ohne den Ehemann zu meistern.
Aber war denn vorher überhaupt verlass auf den eigenen Mann?
Sicher nicht!
Meine Oma war schon 44 Jahre alt und mußte arbeiten gehen, damit sie ihre beiden Mädchen allein durchbringen konnte.
Ich erinnere mich an Erzählungen meiner Mutter...



Meine damals 8 jährige Mutter wurde auf's Land geschickt. Sicher damit sie ein wenig "über den Tod ihres Vaters hinweg kommen konnte", aber auch, weil sie an Tuberkulose zu erkranken drohte .
So gab meine Oma sie nach Hollingstedt. Dort wohnte
die Schwester zu meinem Opa Karl Kroll.
Frieda Louise Charlotte Kroll. Sie führte dem ortsansässigen Arzt den Haushalt.


Meine Tante, Ursula Frieda Lottchen, hat ihre Schule wahrscheinlich gerade noch beenden können, bevor der Krieg richtig losging. Sie ist ausgebildete Schneiderin. Wo sie gelernt und dann gearbeitet hat, kann ich nicht sagen.


Der Krieg tobte und meine Oma hatte viel Pech, sie wurde 3X völlig ausgebombt. Man kann nur sagen, sie hatte insofern Glück, als ihr körperlich nichts passierte. Sie war wahrscheinlich immer gerade dann, wenn Angriffe waren zur Arbeit, bzw. im Luftschutz-Bunker.

Sie wurde immer wieder in "neue" Wohnungen geschickt, für die sie dann jedes Mal "neue" Kleidung, Hausrat und Möbel benötigte.

Ich habe hier noch einige Bezugsscheine, die ich gern zeigen möchte...


Bezugsscheine zum

Vergrößern anklicken

Der Krieg ging weiter, meine Mutter wurde durch die Kinderlandverschickung aus Landes gebracht, meine Tante arbeitete, ebenso meine Oma.

1942 bekam meine Tante, Ursula Frieda Lottchen Kroll, ihr erstes Kind, aber der Vater zu ihrem kleinen Sohn ist leider im Krieg gefallen.
Er hat seinen Sohn nicht mehr kennen gelernt.

Jetzt waren meine Oma, meine Tante und das Baby, der kleine Uwe, in Kiel, zwischen Alarm, Bombenhagel, viel Not und Elend
in ständiger Unruhe. Zeitweise war auch meine Mutter bei Ihnen in Kiel. Bis es immer gefährlicher wurde und die Schulkinder wieder zur Kinderlandverschickung ausser Gefahr gebracht wurden.

Meine Mutter erzählte oft wie es zuging, wenn Flieger-Alarm war. Sie wohnten in der unmittelbaren Nähe der großen Schiffswerft, Deutsche Werke, bzw. Kriegs-Marine-Werft, in Kiel-Gaarden.
Sie konnten vom Flurfenster das rote Alarmlicht auf einem Werftgebäude sehen, dass immer schon eine Zeit vor der Sirene anfing zu blinken.
So wurde im Hausflur eine hausinterne "Wache", Nacht für Nacht postiert, die die Hausbewohner wecken mußte, sowie das Licht anfing zu blinken.
Dann rumpelten alle Bewohner aus ihren Wohnungen, mit ihren Handkoffern und der Kleidung, die sie am Leib trugen aus dem Haus und rannten zum Luftschutz-Bunker. Die Kleidung war am Abend vor dem Schlafengehen schon fein säuberlich auf dem Stuhl zurechtgelegt, dass man, selbst im Dunkeln, alles liegen hatte, nicht suchen mußte und nur noch hineinschlupfen brauchte, denn es mußte ja sehr schnell gehen. Als die Angriffe immer häufiger geflogen wurden, hat man sich schon gar nicht mehr ausgezogen, sondern ging völlig bekleidet am Abend ins Bett.
Ich erinnere ich, dass meine Mutter berichtete, sie selbst war mit der Zeit immer so müde, dass sie die Handgriffe fast im Schlaf gemacht hatte. Dann drängelte sie sich im überfüllten Hausflur an meiner Oma, meiner Tante, mit Kinderwagen vorbei, und rief meiner Oma zu:
"Ich lauf schon mal vor!" Sie hatte immer wahnsinnige Angst, sie könnten es nicht bis zum Bunker schaffen. Meine Oma, meine Tante Ulla und das Baby , der kleine Uwe der im Kinderwagen lag, rannten hinterher. Im Babywagen waren unter der Matratze noch wichtige Papiere und ein paar Dinge verstaut, dass der Uwe schon ziemlich hoch in seinem Wagen lag. Es ging über Stock und Stein, bis zum Bunker. Da kann man wohl von Glück sagen, dass er nicht 'rausgepurzelt ist.
Ich möchte mir diese Hektik und diese Angst gar nicht vorstellen.
Auch das Warten im Luftschutzbunker, bis endlich Entwarnung gegeben wurde, muß entsetzlich gewesen sein.
Steht unser Haus noch, oder ist wieder alles ausgebrannt.....

Hier sind noch ein paar Bezugsscheine, die die Kriegswirren "übelebt" haben. Ich finde solche "Zeitzeugen" sehr interessant und mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich an die Geschichten denke, die meine Mutter mir oft erzählte. Ich wollte sie aber immer wieder hören. Es fasziniert mich nach wie vor.
Nein, eine schöne Kindheit kann sie wirklich nicht gehabt haben!!!


Bezugsscheine zum

Vergrößern anklicken

Meine Oma mußte also weiter in Not-Unterkünften "hausen".

Die Bezugsscheine zeigen die Straßen:
Ritter v. Eppstr. 64, Kiel-Dietrichsdorf,
Petersburger Weg 113,
aber auch die Norddeutsche Str. 38.
In welcher Reihenfolge sie wo gelebt hat, kann ich nicht sagen.

Als meine Mutter im KLV-Lager war, hat sie ihrer Mutter einen Brief geschrieben, der an die Adresse Petersburger Weg 113, in Kiel-Hassee ging. Das war dann aber schon 1945. Hier wohnte eine der 4 Schwestern meiner Oma, Minna Tramm, geb. Rose.
Zeitweise wohnte sie aber auch bei ihrer jüngsten Schwester, Erna Müller, geb. Rose, in der Salzburger Straße, in Kiel-Elmschenhagen. Überall hat sie Unterschlupf gefunden und alle waren mit dieser Lösung zufrieden, denn die Wohnungsnot war groß. Man mußte wildfremde Menschen in der eigenen Wohnung, oder dem eigenen Haus aufnehmen, weil nach den Zerstörungen im Krieg, kaum noch Wohnraum vorhanden war. Da versuchte natürlich jeder die eigene Verwandtschaft vorrangig in den Räumen aufzunehmen.


Der erste Mann meiner Tante war im Krieg gefallen und sie wurde rückwirkend als verheiratet erklärt.

Meine Mutter, Gisela Karla Hanna Kroll, heiratete 1951 meinen Vater Bruno Klapper.

Zur Zeit der Eheschließung meine Mutter 1951, lebten sie beide noch bei der jüngsten Schwester meiner Oma, bei
Werner und Erna Müller, geb. Rose, in der Salzburger Str. 11, in Kiel-Elmschenhagen.

Wo meine Tante zu der Zeit gewohnt hat, kann ich nicht sagen.
Sie hatte mittlerweile zu dem Sohn, noch eine kleine Tochter bekommen und war auch verheiratet.

Meine Eltern hatten das Angebot bei der Mutter meines Vaters, meiner Omi Klapper, zu wohnen. Dort kam auch 1951 im September meine Schwester zur Welt.

Ich kann mich nur schwach erinnern, dass wohl Frieda Karoline Hannchen Kroll, geb. Rose, meine Oma, bei meiner Tante lebte.
Aber wann genau sie zu ihr gezogen ist, weiß ich nicht.

Neben ihrer eigenen Berufstätigkeit hat sie für meine Tante den Haushalt gemacht und sich auch um die beiden Kinder meiner Tante gekümmert.

Bei meinen Eltern kam dann 1953 das zweite Kind, mein Bruder, auf die Welt. Sie zogen in eine eigene Wohnung, denn die kleine 2-Zimmer Wohnung, die sie sich mit meiner Oma Klapper teilten, war nun wirklich zu klein geworden.

Ich gehe davon aus, dass meine Oma Frieda Kroll, von nunan immer bei meiner Tante im Haushalt lebte. Das war sicher sehr bequem, denn so konnte meine Tante arbeiten gehen, der Haushalt war fertig wenn sie heim kam und zur Miete gab es auch noch etwas dazu. Praktisch!

Meine Eltern zogen nach 1956 nach Kiel, in die Hasselmannstraße 5 und im Februar 1957 kam ich zur Welt.

Zur gleichen Zeit, nur 17 Tage später, bekamen meine Tante und mein Onkel auch noch eine Tochter, meine Cousine.

Jetzt hatte ich gar nichts mehr von meiner Omi Kroll.
Sie wurde noch mehr im Haushalt und in die Kindererziehung bei meiner Tante eingespannt, so daß ich meine Oma nur zu Weihnachten, für einen Tag, zu Ostern für einen Tag und vielleicht noch zu meinem Geburtstag sah. Naja, sicher, sie kam auch zwischendurch vorbei, aber dann meistens mit der ganzen Familie meiner Tante
"im Schlepptau".

Diese Omi gehörte sozusagen nur meiner Cousine.

Hier ein paar Fotos meiner eigenen Taufe,
am 15. August 1957.


Meine Taufe am 15. August 1957 in Kiel, in der Hasselmannstr. 5

Meine Omi Kroll, meine Schwester Monika, meine Bruder Wolfgang und ich am Tag meiner Taufe

Anfang der 60er Jahre zogen meine Eltern mit uns Kindern nach Klausdorf/Schwentine in das neu gebaute Haus.

Auch hier kam meine Omi nur hin- und wieder zu Besuch. Sie wurde älter und gesundheitlich ging es ihr nicht mehr so gut. Sie konnte kaum noch etwas sehen.

Die Enkelkinder und auch die Ur-Enkelkinder von Omi Kroll hatten mehr von ihr, als wir in Klausdorf. Schön war das nicht, aber sie wollte das auch nicht ändern. Oft hat meine Mutter gesagt, sie könne doch zu uns nach Klausdorf ziehen, dann würde sie wenigstens mal in den Garten, an die frische Luft kommen. Ihr Kommentar dazu war immer nur:
"Das kann ich Ursel doch nicht antun."
Mehr hat sie dazu nicht gesagt.

Schlußendlich, auch bei uns kamen zwei Ur-Enkelkinder an, die ihre Ur-Omi kaum zu sehen bekamen. Jetzt mag man sagen:
Da hättet ihr doch zu ihr fahren können, sie besuchen. Das war dann aber immer ein Treffen mit der Tante Ulla, die "dirigiert" hat, wer, wann und wo man sich in "ihrer" Wohnung aufhalten durfte.
Man sieht, so einfach war das nicht!

Egal, hier noch ein paar Fotos von den Ur-Enkelkindern, die sich an ihre Ur-Omi eben nicht erinnern können
.


Die Feier von Nicoles Taufe im Mai 1982 in Klausdorf/Schwentine im Garten.
Von links die Ur-Omi Klapper, der Ur-Opa Hagendorf
und die Ur-Omi Kroll.

Geburtstag meiner Omi

Von links ihre jüngste Schwester meiner Omi, Erna Müller, geb. Rose, meine Omi und ihr Schwager, Werner Müller

Sterbeurkunde zum Vergrößern anklicken




Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü